Vortrag mit Thomas Barth: Privatisierung, Bildung, Bertelsmann - Do.22.10. - 18:00 Uhr c.t. - R106
| Visible until: | 22 Oct 2009, 08:00pm |
Veranstaltungshinweis der Gruppe "STOP Bertelsmann":
Vortrag mit Diskussion:
Privatisierung, Bildung, Bertelsmann -
Wie Korruption in Politik und Medien das Recht auf Bildung untergräbt
Donnerstag, den 22.10.2009
18:00 Uhr c.t.
Raum 106, Von-Melle-Park 8 (PI)
Am 19. Juni 1999 unterzeichneten 29 europäische Länder die Bologna-Erklärung und gelobten damit, innerhalb eines Jahrzehnts einen gemeinsamen Hochschulraum zu schaffen. Inzwischen sind schon 46 europäische Staaten am "Bologna-Prozess" beteiligt. Ein Erfolgsmodell?
Wohl kaum. Deutschland ist immer noch Schlusslicht der Industriestaaten bei der Bildungsfinanzierung. Seit gut drei Jahrzehnten fahren die Unis mit ca. 100 Prozent Überlast, gerade die Geisteswissenschaften werden finanziell ausgehungert: Seit 1995 gingen dort 660 der ca. 7.000 Professuren verloren. An deutschen Hochschulen plagen sich mittlerweile 600.000 der insgesamt ca. zwei Millionen Studierenden in den verdichteten und berufsbezogen auf Employability getrimmten Kurzstudiengängen zu Bachelor und Master. Viele haben dabei den Eindruck, das Recht auf Bildung werde zunehmend durch bloße Berufsausbildung ersetzt, listig getarnt durch den Euphemismus "Bologna".
Die Politik wird heute von Lobbyisten und Konzernen umschmeichelt, oft in Gestalt zweifelhafter NGOs (Nichtregierungsorganisationen): "Bürgerbewegungen" mit viel Geld und gekauften Gesichtern der Prominenz wie die berüchtigte INSM, dubiose Institute, Akademien und Stiftungen. Hinter angeblichem Engagement, karitativer Gemeinnützigkeit und Mäzenatentum verbirgt sich leider immer häufiger knallharte Profitgier und politische Ideologie im Dienste der Großkonzerne. Zentral ist dabei die Privatisierung öffentlicher Einrichtungen vom Wasserwerk über die Rente bis hin zur Universität und damit unserem Recht auf Bildung.
Die Bertelsmann Stiftung ist ein mächtiger Akteur in diesem Feld und trommelt seit Jahrzehnten für Privatisierung gerade auch im Bildungsbereich. Der milliardenschwere Bertelsmann Medienkonzern (RTL, Stern, Arvato) macht die mediale Begleitmusik für diese Vorhaben und will zugleich auch im Bildungsbereich expandieren. Studiengebühren, Schul-"Reformen" und z.B. die
private Online-Schülerhilfe "Scoyo" kommen aus dem Hause Bertelsmann. Im zwielichtigen Bereich zwischen Korruption und Lobby hat Bertelsmann die Finger in neoliberalen Pseudo-Reformen, von der industriefreundlichen Universität ("Bologna-Prozess") bis zur Einflussnahme auf deutsche Lehrpläne.
Referent:
Thomas Barth ist Diplom-Kriminologe und Doktorand der Medienwissenschaften. Er organisierte 2006 einen kritischen Medienkongress zu Bertelsmann in Hamburg, ist Herausgeber des Bandes "Bertelsmann - Ein Medienimperium macht Politik" und schrieb in E. Altvater (u.a.): "Privatisierung und Korruption: Zur Kriminologie von Globalisierung, Neoliberalismus und Finanzkrise"; seit 1997 Autor von www.telepolis.de.
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Wöchentliche Treffen von STOP-Bertelsmann:
Jeden Dienstag um 18:00 Uhr
Raum: Glaskasten, Von-Melle-Park 5
4. Stock, Wiwi-Bunker, Aufzug A
Kontakt: stop-b@web.de
Last edit by: Not visible, 20 Oct 2009, 10:33pm| created by: | Not visible, 20 Oct 2009, 10:33pm | |
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